Der in der Region Westallgäu gelegene Markt Scheidegg besteht aus den Hauptorten Scheidegg und Scheffau und 39 Ortsteilen, der größte davon ist Lindenau. Im Westen und Süden grenzt der Markt an den Bezirk Bregenz im österreichischen Bundesland Vorarlberg.

Naturräumlich liegt die Gemeinde am Hang eines Bergrückens, der aus gefalteter Südwassermolasse aufgebaut ist und sich vom Pfänder oberhalb von Bregenz bis über Lindenberg hinaus von Westsüdwest nach Ostnordost zieht. Das Gemeindegebiet befindet sich in einem Höhenbereich von 800 bis 1000 Metern über Normalhöhennull.

Siedlungsgeographisch hat sich der Ort aus einem Haufendorf entwickelt, was noch immer sichtbar ist, auch wenn heute eine ganze Reihe größerer, ehemals landwirtschaftlich genutzter Anwesen im Ortskern zu Dienstleistungseinrichtungen, insbesondere Gasthöfen unterschiedlicher Art, umgewandelt ist, was dem Dorf ein etwas städtischeres Gepräge verleiht. Dazu trägt auch das erhöht liegende Schulgebäude bei.

Die Besiedlung des Gebiets um Scheidegg erfolgte wahrscheinlich im 6. und 7. Jahrhundert durch die Alemannen. Scheidegg wurde jedoch infolge Urkundenverlustes erstmals 1255 in St. Gallen erwähnt.

Das Dorf gehörte bis 1286 zusammen mit Weiler zum großen Besitz des Klosters St. Gallen, erneut von 1532 bis 1571. Das Reichsbenediktinerkloster St. Gallen förderte Christentum und Kultur. 1296 versetzte Abt Wilhelm Scheidegg an Graf Hugo von Montfort-Bregenz. In Scheidegg und Weiler bestanden Kellhöfe des Klosters, d. h. Verwaltungssitze für den Klosterbesitz im Westallgäu. Aus dieser Rolle – und aus der Lage an der Alten Salzstraße von München über Landsberg am Lech und Kempten (Allgäu) nach Lindau (Bodensee) bzw. Bregenz am Bodensee – entwickelte sich Scheideggs Rolle als ländlicher zentraler Ort in Form eines Marktes. Das Gebiet, das 1571 von Habsburg erworben wurde, blieb bis zum Pressburger Frieden 1805 (Napoleon) bei Vorarlberg und kam dann zu Bayern. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Scheidegg 1634 durch schwedische Truppen niedergebrannt und 1635 von der Pest heimgesucht.

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich aus Lindenberg kommend auch in Scheidegg die Herstellung von Strohhüten, die europaweit exportiert wurden. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand daraus eine Hutfabrik.

Quelle: Wikipedia